SCHWERPUNKT —
Chronische Erschöpfung
Frauen leisten im Stillen Gewaltiges. Burnout, Fatigue und Long Covid werden bei Frauen zu oft übersehen. Hier wirst du gesehen.
Erschöpfung, die nicht weggeht.
Müdigkeit, die durch Schlaf nicht besser wird. Ein Körper der streikt, obwohl du doch eigentlich nichts besonderes getan hast. Beschwerden, die niemand so richtig ernst nimmt – oder die nach kurzer Besserung wieder kommen.
Chronische Erschöpfung ist keine Faulheit. Kein Kopfkino. Und kein Problem das sich mit mehr Bewegung einfach lösen lässt.
Was steckt dahinter?
Burnout, ME/CFS und Long Covid sind unterschiedliche Erkrankungen – aber sie haben etwas gemeinsam: Das Nervensystem und das Immunsystem sind aus dem Gleichgewicht geraten. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, sich nach Belastung ausreichend zu erholen.
Bei ME/CFS und Long Covid ist das Leitsymptom die sogenannte Post-Exertionelle Malaise (PEM): eine Verschlechterung aller Symptome nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung – oft erst 12 bis 48 Stunden danach, und über Tage oder Wochen anhaltend. Das bedeutet: Was gestern noch gut war, kann heute ein Rückfall sein.
Burnout – mehr als nur Erschöpfung
Burnout-Patientinnen kommen oft mit einem bunten Strauß an körperlichen Beschwerden: Rückenschmerzen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, chronische Schmerzen. Diese Symptome sind real – und sie entstehen, weil ein dauerhaft überlastetes Nervensystem den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht.
Das Problem: Die klassische Reaktion der Medizin auf körperliche Beschwerden ist Behandlung und Training. Beim Burnout greift das zu kurz. Wer ein erschöpftes Nervensystem mit mehr Aktivität belastet – auch wenn es gut gemeint ist – gibt dem System keinen Raum zur Erholung. Manchmal macht es die Beschwerden sogar schlimmer.
Was zuerst kommen muss, ist Nervensystemregulation. Erst wenn das autonome Nervensystem wieder eine gewisse Grundstabilität hat, kann der Körper von Behandlung und Bewegung wirklich profitieren. Das ist kein Umweg – das ist der direkte Weg.
Warum klassische Physiotherapie hier nicht funktioniert
Belastungssteigerung ist in der Physiotherapie ein bewährtes Prinzip. Bei chronischer Erschöpfung mit PEM ist es kontraindiziert. Studien zeigen klar: Wer die individuelle Belastungsgrenze überschreitet, verschlechtert den Zustand – oft dauerhaft. Das gilt für körperliche, kognitive und emotionale Belastung gleichermaßen.
Das bedeutet nicht, dass Physiotherapie nichts helfen kann. Es bedeutet, dass ein völlig anderer Ansatz notwendig ist.
Mein Ansatz: der Körper als komplexes dynamisches System
Der menschliche Körper ist kein Mechanismus mit austauschbaren Teilen – er ist ein komplexes, dynamisches System. Nervensystem, Immunsystem, Hormonhaushalt, Bewegung und Psyche stehen in ständiger Wechselwirkung miteinander. Eine Veränderung an einer Stelle wirkt sich auf das gesamte System aus.
Bei chronischer Erschöpfung bedeutet das: Es gibt selten eine einzige Ursache. Es gibt ein System das aus dem Gleichgewicht geraten ist. Meine Aufgabe ist es, dieses System zu verstehen – und sanft zu unterstützen, wieder in seine eigene Regulation zu finden.
Was ich konkret tue
Pacing-Beratung: Gemeinsam herausfinden, wo deine aktuelle Belastungsgrenze liegt – und wie du in diesem Rahmen deinen Alltag gestalten kannst, ohne immer wieder in den Crash zu geraten. Pacing ist aktuell die am besten belegte Strategie bei ME/CFS und Long Covid mit PEM.
Atemtherapie: Gezielte Atemtechniken die den Parasympathikus aktivieren, die HRV verbessern und das Nervensystem regulieren. Atemtherapie ist bei Long Covid leitlinienempfohlen und zeigt messbare Wirkung auf das autonome Nervensystem.
Craniosacrale Osteopathie: Sanfte manuelle Techniken die das autonome Nervensystem unterstützen, ohne das System zu überlasten. Studien zeigen Hinweise auf parasympathische Aktivierung und HRV-Verbesserung.
Viszerale Osteopathie: Sanfte Behandlung der Organe, Faszien und des Zwerchfells zur Entstauung und besseren Selbstregulation – unterstützend bei Long Covid und Fatigue.
Symptomorientierte Begleitung: Schmerz, Schlaf, orthostatische Intoleranz, Brain Fog – ich passe die Therapie an das an was gerade möglich ist. Keine Einheitslösung.
Interdisziplinäre Vernetzung: Ich arbeite zusammen mit Ärztinnen, Psychotherapeutinnen und weiteren Fachpersonen – weil chronische Erschöpfung selten ein Problem für eine Profession allein ist.
Ein ehrlicher Hinweis
Ich kann nicht heilen. Ich kann begleiten, entlasten und unterstützen. Bei schweren Verläufen von ME/CFS ist eine enge ärztliche Begleitung unerlässlich. Mein Beitrag ist ein Teil eines größeren Puzzles – aber manchmal ist genau das der wichtigste Schritt.
Kein Thema zu heikel, keine Frage zu klein. Ich nehme mir Zeit – für dich und deine Geschichte.
Bereit für den ersten Schritt?
In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wie ich dich am besten begleiten kann.
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